Rund 700 Vertreter von Banken, Versicherungen und Aufsichtsbehörden diskutierten in Frankfurt über die Zukunft der Regulierung und innovative Technologien.

Frankfurt am Main, 21. November 2018 – Zum 25. Mal kamen auf der RegTech Convention am 14. und 15. November in Frankfurt rund 700 Vertreter von Banken, Versicherungen und Aufsichtsbehörden zusammen, um über aktuelle regulatorische Themen, die Zukunft der Regulierung und innovative Technologien zu diskutieren.

Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Regulation. Technology. Purpose.“ Zehn Jahre nach der Finanzkrise nutzen die Branchenvertreter die zwei Konferenztage im Kap Europa für einen kontroversen Dialog. Hochkarätig besetzte Keynotes und Podiumsdiskussionen thematisierten die Errungenschaften der Bankenregulierung im letzten Jahrzehnt, bestehende Defizite sowie Chancen durch neue Technologien wie RegTech und SupTech.

Die Wirtschaftsweise Prof. Dr. Isabel Schnabel eröffnete die Konferenz mit ihrer Keynote zum Thema „10 years after Lehman – is regulation fit for purpose?“. Neben einem kurzen Überblick über das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland, Europa und global, thematisierte sie auch das verlangsamte Wachstum, dem steigende Risiken u.a. durch Handelskrieg, Brexit und steigende Zinsen gegenüberstünden. Trotz der sichtbaren Fortschritte im Bereich der Regulierung und der Errungenschaften durch die europäische Bankenunion seien jedoch noch weitere Maßnahmen erforderlich. Prof. Schnabel plädierte u.a. für eine Harmonisierung der Regulierung in Europa, für den Abbau von Hürden für paneuropäische Fusionen sowie für eine Stärkung der ESMA.

In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten Vertreter von Banken und Aufsichtsbehörden mit der Wirtschaftswissenschaftlerin, wie eine Balance zwischen Kosten und Nutzen der Regulierung gefunden werden kann. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig darüber, dass eine nächste Krise nicht verhindert werden kann, jedoch sei man besser vorbereitet als vor zehn Jahren. Defizite sahen die Branchenvertreter u.a. in der trotz vieler Regulierungen immer noch unzureichenden Transparenz und der enormen Komplexität. Dass das Letztere sowohl für Banken als auch für die Aufsicht eine Herausforderung ist, brachten auch die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema granulare Daten in der Bankenaufsicht zum Ausdruck. Als ein Beispiel wurden die ersten Erfahrungen mit AnaCredit diskutiert. Von Seiten der Banken wurden u.a. die Komplexität, die mangelnde Homogenität der Regulierung in Europa sowie die „Volatilität“ der Regulierung, d.h. kurzfristige Anpassungen und Änderungen, kritisiert. Vertreter der Aufsicht stellten BIRD (Banks’ Integrated Reporting Dictionary) als eine Initiative vor, um die Komplexität zu beherrschen und das Datenmanagement zu harmonisieren. Parallel beschäftige sich die Aufsicht aber auch mit neuen Technologien wie beispielsweise Machine Learning, um die wachsenden Datenmengen besser und schneller auswerten zu können.

Es gebe zu viele Daten und der regulatorische Blick sei immer noch retrospektiv, konstatierten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zu neuen Technologien in der Regulierung. Es fehle die klare Sicht nach vorne und eine Analyse der Daten in Echtzeit. Big Data, Artificial Intelligence und Blockchain böten jedoch ein großes Potenzial im Hinblick auf Automatisierung, bessere Kommunikation, höhere Transparenz, bessere Unternehmenssteuerung sowie Verbraucher- und Beraterschutz.

„Die nächste Krise wird kommen. Die Komplexität ist zu hoch, und wir brauchen mehr Harmonisierung. Mehr Regulierung ist keine Lösung. Wir müssen uns ändern und der Disruption mit Disruption begegnen.“ fasste Jürgen Lux, Chief Executive Officer RegTech bei BearingPoint, die Diskussionen und Vorträge der Hauptkonferenz zusammen.

In parallelen Spezialkonferenzen und Focus Sessions diskutierten Banken, Regulatoren und Versicherer zu aktuellen Themen wie Data Quality Index (DQI), RegTech & SupTech für Regulatoren, SFTR und die Zukunft des transaktionsbasierten Meldewesens sowie Sourcing-Strategien von Managed Services bis hin zu Meldewesenfabriken. Erstmals wurde im Rahmen der RegTech Convention auch eine Spezialkonferenz für Themen rund um das Risikomanagement angeboten.

Den zweiten Konferenztag eröffnete Bodo Windmöller, Chief Product Officer RegTech bei BearingPoint, mit einem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2018 und einem Ausblick auf 2019. Das Jahr 2018 war insbesondere geprägt von der Weiterentwicklung der Organisation hin zu einem agilen Softwareunternehmen, von dem Rollout des AnaCredit-Moduls auf Basis der neuen Softwaregeneration Abacus360 Banking und von internationalem Wachstum, das sich auch im Jahr 2019 fortsetzen soll.

„2019 werden wir weiter in Produkte, Märkte und unsere Organisation investieren.“ erklärte Bodo Windmöller. „Der Ausbau unseres Partner-Ökosystems wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“ Windmöller kündigte außerdem gemeinsame Lösungen mit SAP im Bereich Regulatory Reporting und Financial Services Data Management (FSDM) sowie mit IBM im Bereich Business Process Outsourcing an.

In seiner anschließenden Keynote berichtete der neue Chief Technology Officer Jochen Jaser über Ziele im Bereich Forschung und Entwicklung und die Transformation von BearingPoint RegTech von einer wasserfallgetriebenen Softwareorganisation hin zu einer agilen Entwicklungsorganisation.

Im Fokus der weiteren Präsentationen standen die Roadmap für Abacus360, die neue Architektur von Abacus360 Banking auf Spark sowie weitere regulatorische und technische Themen. Parallel diskutierten Zentralbanken und Aufsichtsbehörden in der Konferenz für Regulatoren Themen wie Advanced Analytics und RegTech Trends wie Artificial Intelligence und Digital Regulatory Reporting.

Datum und Location für die 26. RegTech Convention stehen bereits fest: Vom 26.-27.11.2019 findet die Konferenz wieder im Kap Europa in Frankfurt statt.

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