Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat ihr Gutachten zur Unterstützung einer vollständigen Umsetzung von Basel III in der EU veröffentlicht, das eine quantitative Analyse der geschätzten Auswirkungen auf der Grundlage von Daten von 189 Banken und vier politische Empfehlungen als Reaktion auf den Aufruf der Europäischen Kommission zur Beratung enthält.

Die Folgenabschätzung zeigt, dass die vollständige Umsetzung von Basel III unter vorsichtsgetriebenen Annahmen die Mindestkapitalanforderung (MRC) im Durchschnitt um 24,4% erhöhen wird, was eine Gesamtkapitallücke von rund 135,1 Mrd. EUR bzw. 91,1 Mrd. EUR an hartem Kernkapital bedeutet. Die Wirkung ist jedoch nicht einheitlich. Für die Hälfte der Banken in der Stichprobe beträgt der Einfluss weniger als 10,6% und für ein Viertel der Stichprobe ist er negativ. Der Großteil der Auswirkungen entfällt auf große global tätige Banken, während die Auswirkungen auf mittelgroße Banken im MRC-Bereich auf 11,3% begrenzt sind. Dies führt zu einem Fehlbetrag von 0,9 Mrd. EUR. Bei kleinen Banken ist der im MRC-Bereich auf 5,5% begrenzt was zu einem Fehlbetrag von 0,1 Mrd. EUR führt. Die Analyse umfasst die Anforderungen der Säule 2 und die kombinierten Pufferanforderungen bei der Berechnung des MRC der Banken. Es wird davon ausgegangen, dass diese Anforderungen auf dem derzeitigen Niveau bleiben.

Die Politikberatung umfasst vier Bereiche:

  1. Kreditrisiko: Alle neu vereinbarten Revisionen sollten umgesetzt werden, wobei ein aufsichtsrechtlicher Rahmen auf der Grundlage externer Ratings und des Kreditsplitting-Ansatzes für durch Immobilien besicherte Engagements beibehalten werden sollte. Der Bericht empfiehlt auch, dass keine EU-spezifischen Unterstützungsfaktoren für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Infrastrukturkredite beibehalten werden.
  2. Wertpapierfinanzierungstransaktionen (SFTs): Alle neu vereinbarten Überarbeitungen sollten umgesetzt werden, mit Ausnahme des Minimum Haircuts Floor Frameworks, bei dem die EBA der Ansicht ist, dass weitere Analysen erforderlich sind.
  3. Operationelles Risiko: Der neue Standardansatz (SA) sollte mit einer Einführungsphase umgesetzt werden, die auf der institutsspezifischen historischen Verlustkomponente für größere Institute und von Fall zu Fall für kleinere Institute basiert.
  4. Output-Floor: sollte auf allen Konsolidierungsebenen angewendet werden und gegebenenfalls zur Berechnung aller Eigenkapitalanforderungen verwendet werden, einschließlich EU-spezifischer Anforderungen wie dem systemischen Risikopuffer. Die EBA wird ihre Stellungnahme zur Umsetzung des endgültigen Marktrisikos (fundamentale Überprüfung des Handelsbuchs - FRTB) und des Kredit-Wert-Rahmens (CVA) sowie eine Analyse der makroökonomischen Auswirkungen des endgültigen Basel-III-Rahmens noch in diesem Jahr veröffentlichen.
Produktdemo Toggle

Produktdemo

Wir benutzen reCaptcha um unsere Formulare abzusichern. Das erfordert aktiviertes JavaScript.

Bitte füllen Sie alle mit einem Stern markierten Felder aus.